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Vernetzt im Stadtteil

© Darius Metzner

Gemeinwesenarbeit in Mainz

Gemeinwesenarbeit in Mainz – niedrigschwellig, vernetzt und präventiv

Gemeinwesenarbeit (GWA) ist ein zentraler Baustein der sozialen Infrastruktur in Mainz. Als themen- und zielgruppenübergreifender Ansatz der sozialen Arbeit setzt GWA dort an, wo Menschen leben. Sie 

  • richtet sich an alle Altersgruppen und Lebenslagen, 
  • unterstützt Individuen, 
  • fördert Begegnung und Integration, 
  • aktiviert bürgerschaftliches Engagement und 
  • vernetzt Ressourcen zur Lösung sozialer Problemlagen. 

Ziel ist es, die Lebensqualität in benachteiligten Quartieren zu verbessern, Teilhabe zu ermöglichen und Armut und Ausgrenzung vorzubeugen. Die Landeshauptstadt Mainz fördert derzeit an 9 Standorten in 6 Stadtteilen Projekte der Gemeinwesenarbeit. 

Angebote ermöglichen soziale Teilhabe

GWA initiiert und koordiniert Kooperationen zwischen sozialen Diensten, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen, Verwaltung, Politik und Ehrenamt. So entstehen präventive Netzwerke, die Menschen in allen Lebensphasen begleiten. Über Angebote wie:

  • Frauenfrühstück, 
  • Fahrradwerkstatt, 
  • Handarbeitskreis oder
  • gemeinsam organisierte Stadtteilfeste ermöglicht GWA soziale Teilhabe, um Isolation und Vereinsamung zu reduzieren. 

Sie fördert zudem den generations-, religions-, geschlechts- und kulturübergreifenden Austausch, um Vorurteile abzubauen. Über bedarfsentsprechende Bildungsangebote wie Sprachkurse oder Sprachcafé mit begleitender Kinderbetreuung werden Zielgruppen passgenau erreicht und unterstützt. GWA informiert und ermöglicht Austausch zu aktuellen sowie den Stadtteil und das Gemeinwesen betreffenden Themen. Sie vermittelt zwischen Politik, Verwaltung und Bewohner:innen, macht Wirkungs- und Problemzusammenhänge transparent und vertritt die Interessen benachteiligter Menschen gegenüber Politik, Verwaltung und Behörden.

Allgemeine Lebensberatung

Im Rahmen der allgemeinen Lebensberatung unterstützt GWA Menschen in persönlichen, familiären, sozialen oder beruflichen Belastungssituationen. Im Unterschied zu institutioneller Beratung ist die allgemeine Lebensberatung nicht monothematisch ausgerichtet und berät bei Problemlagen aller Art. In vielen Beratungsfällen geht es um die Unterstützung bei der Beantragung von Sozialleistungen und der Kommunikation mit Behörden. Doch häufig bringen die Menschen einen umfangreichen Unterstützungsbedarf mit und werden ganzheitlich unterstützt. 

Beratung findet nicht nur im konventionellen Beratungssetting, sondern auch im Rahmen von Gruppenangeboten statt, um den Austausch Betroffener untereinander anzuregen und Raum zur Selbsthilfe zu bieten. GWA baut Barrieren ab und vermittelt bei Bedarf an spezifische Anlaufstellen und Behörden.

Unverzichtbares Instrument kommunaler Daseinsvorsorge

Die verschiedenen Handlungsfelder der GWA sind als ein ineinandergreifendes Gesamtkonzept von Maßnahmen zu verstehen, das individuelle Unterstützung mit struktureller Netzwerkarbeit und Aktivierung von Ressourcen verbindet. Besonderheit ist dabei die Niedrigschwelligkeit. Wohnortnah und unbürokratisch, in vertrauten Räumen und bei vertrauten Personen werden Menschen erreicht, die bestehende Hilfesysteme häufig aufgrund intellektueller oder sprachlicher Barrieren, sozialer Hemmnisse oder psychischer Herausforderungen nicht in Anspruch nehmen. 

GWA leistet damit einen wichtigen Beitrag zur psychosozialen Grundversorgung und ist ein unverzichtbares Instrument kommunaler Daseinsvorsorge und der Armutsprävention. Der Aufbau lokaler Netzwerke, soziale Teilhabe benachteiligter Menschen und niedrigschwellige Zugänge zu Beratung und Versorgung sind ohne GWA nicht in gleicher Qualität sicherzustellen. Langfristig spart sie Kosten im Sozial- und Gesundheitssystem.