Mehr Teilhabe für alle Kinder: Das Pooling-Modell
Berichtszeitraum: Juli 2024 – Dezember 2025
„Pooling-Modell-Projekt“ an der Grundschule Feldbergschule: Unterstützung für Kinder mit Integrations-Kräften
Der Stadtrat der Landeshauptstadt Mainz hatte die Verwaltung am 1. Februar 2023 beauftragt, ein Modellprojekt mit einem sogenannten „Pooling-Modell“ durchzuführen, in dem erprobt werden soll, wie die bisherige 1:1-Betreuungssituation für Kinder mit einer Beeinträchtigung bzw. Behinderung überwunden werden kann. Er greift damit eine Entwicklung auf, nach der im gesamten Bundesgebiet das Pooling als Weiterentwicklung der individuellen Schulassistenz umgesetzt wird.
Die Verwaltung hat gemeinsam mit der Feldbergschule, einer Ganztags- und Schwerpunktschule mit 270 Schüler:innen und dem leistungserbringenden Träger „Commit Club Behinderter und ihrer Freunde in Mainz und Umgebung e. V.“ ein Pooling-Modell entwickelt, welches im Schuljahr 2025/2026 in die Modellphase startete.
Flexibel auf Bedürfnisse der Kinder eingehen
Das Projekt basiert auf dem Pooling-Prinzip, bei dem die Fachkräfte flexibel auf die Bedürfnisse der Kinder reagieren und den Kindern eine gleichberechtigtere Teilhabe an Bildung bieten. Das Pooling-Modell soll zur Verwirklichung schulischer Inklusion und der Teilhabe am Leben und Lernen in der Schule beitragen. Die Assistenzkräfte sind dabei nicht mehr einem bestimmten Kind zugeordnet, sondern können – je nach Bedarf der Kinder –flexibel eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die Kinder zum einen in speziellen Fördergruppen betreut werden, zum anderen aber auch in den regulären Klassenverband integriert sind, wenn keine unmittelbare Betreuung erforderlich ist.
Umfassende Evaluation
Bereits zu Beginn des Projekts wurde ein erstes Treffen zur Evaluation durchgeführt, bei dem erste Eindrücke und Erfahrungen der Beteiligten gesammelt wurden. Diese erste Evaluation ermöglichte es, kleinere Anpassungen vorzunehmen. Eine umfassende Evaluation ist für das Ende des Schulhalbjahres vorgesehen, um die Ergebnisse des Projekts zu messen und mögliche Verbesserungsmaßnahmen zu identifizieren. Bei erfolgreichem Verlauf soll das Pooling-Projekt auch auf andere Mainzer Grundschulen übertragen werden.
Das Pooling-Projekt erfüllt die individuellen Rechtsansprüche der betroffenen Kinder im Sinne des §35a Sozialgesetzbuch (SGB) VIII. Die Kinder erhalten die notwendige Unterstützung und profitieren gleichzeitig von der Förderung ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung. Die flexible, bedarfsgerechte Betreuung bietet sowohl individuelle Unterstützung als auch die Möglichkeit zur Selbstentfaltung im sozialen Kontext.
Erfolgreiches Modellprojekt
Bisheriges Fazit des Modell-Projekts
Das Pooling-Projekt an der Grundschule Feldbergschule hat sich bisher als erfolgreich erwiesen und stellt eine wertvolle Unterstützung für Kinder mit Beeinträchtigungen sowie für Kinder mit individuellen Herausforderungen dar. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Fachkräften, Lehrkräften und der Schulsozialarbeit wird eine umfassende, bedarfsgerechte Förderung gewährleistet, die sowohl die Teilhabe als auch die soziale Integration der betroffenen Kinder fördert. Alle Beteiligten, einschließlich der Eltern, sind mit dem Projektverlauf sehr zufrieden, und die Evaluationen bestätigen die positive Wirkung auf das Schulumfeld und die Kinder.
Zielsetzung: Ausbau des Pooling-Konzepts
Das Projekt wird auch nach der geplanten Evaluation zum Schulhalbjahresende fortgeführt. Dabei sind weitere Anpassungen und Optimierungen vorgesehen, um die Qualität der Unterstützung kontinuierlich zu steigern. Ziel ist es, das Pooling-Konzept langfristig als Modell für die inklusive Schulbildung weiterzuentwickeln und als Best Practice-Beispiel zu etablieren.